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Digitale Transformation

Digitale Transformation von Rohdaten: Von Big Data zu strategischen Entscheidungen

Laut Forrester bleiben 60-73 % der Unternehmensdaten für Analysen ungenutzt. So machen Sie Fertigungsdaten mit DataOps und IT/OT-Integration operativ nutzbar.

7 Min. LesezeitVon MAPMit KI-Unterstützung übersetzt aus dem türkischen Original vom 16. Juni 2025
Inhalt

Moderne, digital vernetzte Fertigungsanlagen verhalten sich heute fast wie lebende Organismen: Sie erzeugen ohne Unterlass Daten. Mit dem wachsenden Datenvolumen entsteht in den Werkshallen ein unsichtbares Netz aus Sensorsignalen, elektrischen Signalen der SPS und Datenpaketen, die IoT-Geräte im Sekundentakt übertragen. Die Verarbeitung dieser Daten ist inzwischen das Herzstück der modernen Fertigung. Doch wie viel davon fließt tatsächlich in sinnvolle Entscheidungen ein, und wie viel bleibt ungenutzt? Trotz aller Fortschritte bei Digitalisierung und Data Mining landet nach wie vor ein großer Teil der Daten unverarbeitet im Speicher. Laut Forrester werden 60 bis 73 % der Daten in Unternehmen nie für Analysen genutzt. Der eigentliche Wert entsteht jedoch erst, wenn dieser Rohstoff aufbereitet und in operative Ergebnisse überführt wird. Daten sind genau so viel wert, wie wir aus ihnen Handlungen ableiten können.

Die Datenwertschöpfungskette: Wie aus den richtigen Daten Wert entsteht

Ungenutzte Datenbestände gleichen Goldadern, die tief im Gestein liegen und noch auf ihren Abbau warten: Sie bergen ein enormes Potenzial für operativen Mehrwert. Der Weg vom Rohdatum zum „unsichtbaren Gold“ lässt sich in drei Stufen gliedern: Datenerfassung, Analyse und die Umsetzung analytischer Erkenntnisse in Entscheidungen. Man kann darin auch einen klassischen Dreischritt aus Einleitung, Hauptteil und Schluss sehen.

Im ersten Schritt, der Datenerfassung, werden die Rohsignale der Sensoren, die den Betrieb der Maschinen kontinuierlich abbilden, von Edge-Computing-Geräten gefiltert und bereinigt. Erfasst wird der Rohdatenstrom, den Sensoren, SPS und industrielle IoT-Geräte erzeugen. Die Edge-Geräte verarbeiten diese Daten in Echtzeit vor; ein typisches Beispiel ist die algorithmische Erkennung von Anomalien in Vibrations- oder Temperaturdaten. Für Sicherheit und Standardisierung sorgen Industrieprotokolle wie OPC UA und MQTT, über die die Daten übertragen werden. So werden die Rohdaten aus der Fertigung von Störsignalen befreit und für die Analyse aufbereitet. Diese sehr technische Phase bildet die Einleitung bzw. Vorbereitung des Prozesses. Bei einem Automobilzulieferer in Deutschland etwa werden die Vibrationsdaten der CNC-Maschinen an dieser Stelle in Echtzeit verarbeitet: Die Algorithmen erkennen auffällige Frequenzen zuverlässig und trennen verwertbare Daten von Störsignalen.

Die zweite Stufe, die Analyse, entspricht dem Hauptteil: Hier werden die Rohdaten mit Methoden des maschinellen Lernens ausgewertet. Diese Analysen laufen meist auf Cloud-Plattformen wie Azure IoT oder AWS IoT Analytics, die flexible Rechenleistung und Skalierbarkeit bieten. Die gefilterten Daten werden also mit Modellen des maschinellen Lernens verarbeitet. Dabei werden komplexe Muster erkannt, etwa typische Fehlerbilder, Qualitätsabweichungen oder Trends im Energieverbrauch. Ein Hausgerätehersteller kombiniert beispielsweise die Energieverbrauchsdaten seiner Öfen mit thermodynamischen Simulationen; aus der Analyse der Wärmeverteilung ergeben sich Optimierungsmodelle, die 18 % Energie einsparen.

In der letzten Stufe werden die analytischen Erkenntnisse in operative Entscheidungen übersetzt, also in konkretes Handeln. Hier kommen automatisierte Entscheidungsunterstützungssysteme zum Einsatz: Wird zum Beispiel in den Daten eines Drucksensors eine Anomalie erkannt, schaltet sich die Anlage automatisch ab. Diese Mechanismen sind mit ERP- und MES-Systemen verbunden und passen Produktionspläne in Echtzeit an. Ein Pharmaunternehmen steuert seine Arzneimittelherstellung anhand der Feuchtigkeits- und Temperaturdaten aus den Sterilisationsräumen; die Prozesszeiten werden mit mathematischen Modellen optimiert, wodurch sich die Effizienz der Produktionslinie beispielsweise um 15 % steigern lässt. Dieser geschlossene Regelkreis zeigt, dass die Datenkette erst mit dem operativen Nutzen vollständig ist: Die Daten wurden wie Gold veredelt und in einen konkreten Wert für die Fertigung verwandelt.

Durchgängige Prozesse dank integriertem Datenmanagement

In klassischen Produktionsumgebungen steht dieser Transformation meist ein grundlegendes Problem im Weg: die Kluft zwischen Betriebstechnik (OT) und Informationstechnik (IT). Es handelt sich um ein sehr technisches Problem, nämlich fehlende Datenverbindungen zwischen IT und OT. Das herkömmliche Datenmanagement hält beide Welten getrennt, sodass die Daten aus der Fertigung die Labore der Ingenieure nicht erreichen. Das DataOps-Modell schließt genau diese Lücke.

Maschinendaten aus der Fertigung gelangen oft gar nicht in die Analysesysteme im Büro oder kommen dort in unbrauchbaren Formaten an. DataOps verbindet diese beiden Welten. Durch horizontale Integration werden die Daten verschiedener Maschinen auf einer Plattform zusammengeführt, durch vertikale Integration an Unternehmenssysteme wie ERP weitergegeben. So entsteht eine Schnittstelle, die die Brüche zwischen den Systemen beseitigt. Einfach gesagt: DataOps automatisiert die Datenverarbeitung so, dass Daten ohne manuelles Eingreifen kontinuierlich fließen. Hinzu kommt ein Datenqualitätsmanagement, das fehlerhafte Sensorwerte in Echtzeit erkennt. Dateningenieure und Produktionstechniker arbeiten im selben Team und bringen technische Analysen mit den Anforderungen des Betriebs in Einklang. Dank dieses integrierten Ansatzes fließen die Daten durchgängig und führen zu messbaren Effizienzgewinnen. Anlagenausfälle lassen sich durch Datenanalyse vorhersagen. Die Gesamtanlageneffektivität (OEE) steigt um mindestens 15 %: Die Maschinen laufen länger planmäßig, und die Qualitätsquote verbessert sich. Die Wartungskosten können um 30 bis 40 % sinken. Zusammengefasst ist DataOps die Brücke, die sicherstellt, dass Daten lückenlos von der Fertigung bis in die Management-Dashboards gelangen und dort zu sinnvollen Maßnahmen führen. Es bündelt Erfassung, Verarbeitung und Nutzung der Daten in einer gemeinsamen Disziplin; fehlt es, entstehen Datenbrüche, und Effizienzgewinne und andere Vorteile bleiben aus. Die messbaren Verbesserungen im Betrieb belegen den wirtschaftlichen Nutzen dieser Transformation. Mit DataOps und intelligent verknüpften Datenketten lässt sich das „unsichtbare Gold“ also in operative Exzellenz verwandeln. Nach dem Aufbau der Datenwertschöpfung ist der nächste entscheidende Schritt, die gewonnenen Erkenntnisse in Handeln umzusetzen.

Von der Entscheidung zur Umsetzung: Integration in die Produktionsprozesse

Ihren eigentlichen Wert entfalten Erkenntnisse aus der Datenanalyse erst, wenn sie unmittelbar in die operativen Prozesse einfließen. Durch integrierte Systeme werden aus bloßen Datenmengen nutzbare Informationen, die als Grundlage für die Prozessoptimierung dienen. Der wichtigste Baustein dieser Integration ist die dynamische Optimierung der Maschineneinstellungen. So können die Schweißroboter eines Automobilzulieferers Temperatur- und Druckdaten aus Sensoren in Echtzeit verarbeiten und ihre Parameter innerhalb von Millisekunden anpassen. Das System gleicht Schwankungen der Materialdicke automatisch aus und senkt die Zahl fehlerhafter Schweißnähte um 37 %. Bei der Leiterplattenfertigung wiederum lassen sich die Leiterbahndaten eines optischen Messsystems sofort übertragen und Abweichungen mit einer Genauigkeit im Mikrometerbereich korrigieren. Damit wird eine effiziente Fertigung mit einer Geschwindigkeit und Präzision möglich, die der Mensch kaum noch wahrnehmen kann.

Auch über die eigentliche Fertigung hinaus, bei der Produktionsvorbereitung, ermöglichen Daten eine sorgfältige Planung. Japanische Automobilhersteller, die nach dem Just-in-Time-Prinzip produzieren, profitieren davon in hohem Maße. Die nachfrageorientierte Anpassung der Produktionsplanung bildet deshalb die strategische Dimension der Datentransformation. Für jedes produzierende Unternehmen ist die Nachfrageprognose ein zentrales Thema. Prognosealgorithmen, die mit dem ERP-System verbunden sind, analysieren Markttrends, Lagerbestände und Lieferkettenrisiken gleichzeitig. Ein Hausgerätehersteller kann so saisonale Nachfrageschwankungen von 40 % im Schnitt 3 Wochen im Voraus erkennen und seinen Produktionsplan automatisch aktualisieren. Dadurch sinken die Überstundenkosten deutlich, ebenso die Lagerhaltungskosten. Gerade in Lieferkettenkrisen erlaubt das System, Produktionsrezepturen so umzustellen, dass alternative Rohstoffquellen innerhalb von 48 Stunden genutzt werden können. Diese Fähigkeit ist für die Agilität, die heutige Lieferketten verlangen, unverzichtbar.

Daten spielen zudem eine wichtige Rolle für die Qualität. Bei Qualitätsproblemen kommt die datenbasierte Ursachenanalyse zum Einsatz. Anders als beim klassischen Versuch-und-Irrtum-Verfahren verknüpfen KI-gestützte Systeme Fehlersignale mit Produktionsparametern und grenzen die Fehlerquelle innerhalb von Sekunden ein. Das beschleunigt die Beseitigung von Qualitätsmängeln und steigert die Effizienz. Im Qualitätsmanagement sind Daten also nicht nur Messgröße, sondern auch das entscheidende Werkzeug, um die eigentlichen Ursachen von Problemen aufzudecken. Die datenbasierte Ursachenanalyse (Root Cause Analysis, RCA) geht über Versuch und Irrtum hinaus und bietet einen systematischen Ansatz. KI-gestützte Systeme setzen Fehlersignale in Echtzeit mit Produktionsparametern wie Temperatur, Druck, Vibration oder Energieverbrauch in Beziehung und isolieren die Fehlerquelle innerhalb von Sekunden. Datenbasierte RCA ist damit kein reines Mittel zur Fehlerbehebung, sondern ein Hebel, um Qualität kontinuierlich auf höchstem Niveau zu halten. Kontinuität ist hier entscheidend: Die Produktionslinien werden effizienter, und zugleich wird die „kontinuierliche Verbesserung“ erfüllt, die Qualitätsnormen wie ISO 9001 verlangen.

Datenbasierte Entscheidungen in die Produktion zu integrieren, ist nicht nur ein technischer Wandel, sondern auch ein Umdenken in der Organisation. Von der Optimierung der Maschineneinstellungen in Millisekunden über eine nachfragegesteuerte Produktionsplanung bis hin zur grundlegenden Verbesserung der Qualitätsprozesse: Daten sind zum neuen Reflex der Fertigung geworden. Dieser Wandel schafft nicht nur Wettbewerbsvorteile, sondern legt auch das Fundament für eine nachhaltige Produktion. Daten sind kein Nebenprodukt der Fertigung mehr, sondern ein unsichtbarer, aber starker Partner, der Entscheidungen, Tempo und Qualität bestimmt.

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MAP

Verwaltet den Datenaustausch zwischen Geschäftssystemen mit EDI, B2B-Integration und Lieferkettenlösungen.

Kategorie: Digitale Transformation

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