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Während weltweit an neuen Technologien gegen die Klimakrise geforscht wird, richten global tätige Unternehmen ihren Blick auf grüne Lösungen für die Logistik. Laut McKinsey müssten die Investitionen in grüne Technologien ab 2025 jährlich rund 1,5 bis 2 Billionen Dollar erreichen, damit das weltweite Ziel der Klimaneutralität erreichbar bleibt. Damit klimaneutrale Politik Erfolg hat, braucht es deshalb in vielen Bereichen, vor allem im Verkehr, den Umstieg auf umweltfreundliche Energien und Verfahren und ein breiteres Umweltbewusstsein auf allen Ebenen. Wir haben für Sie zusammengefasst, was grüne Logistik ausmacht, also die nachhaltige Ausrichtung logistischer Abläufe im globalen Markt.
Was ist grüne Logistik?
In der Lieferkette werden bereits in der Produktion und in vielen nachgelagerten Abläufen umweltfreundliche Verfahren eingesetzt. Grüne Logistik umfasst jede betriebliche Praxis, die darauf abzielt, Abläufe nachhaltiger zu gestalten. Da sich viele Tätigkeiten außerhalb der Produktion in der Logistik abspielen, ist der Verkehr neben Industrieabfällen eine der größten Quellen für CO2-Emissionen. Als Antwort auf dieses Problem gelten Lösungen der grünen Logistik. Anders gesagt: Grüne Logistik, auch Öko-Logistik genannt, gestaltet die logistischen Abläufe in der Lieferkette so, dass sie die Umwelt möglichst wenig belasten und mit dem Ziel der Klimaneutralität vereinbar sind.
Maßnahmen der grünen Logistik
Sobald beim Transport grüner Produkte auch die Logistik nach ökologischen Kriterien ausgerichtet wird, entsteht ein durchgängiges, detailliertes System, in dem das grüne Lieferkettenmanagement als Ganzes funktioniert. Damit grüne Logistik dauerhaft wirkt, braucht es Maßnahmen wie diese: die CO2-Emissionen je transportierter Produkteinheit berechnen und auf ein Minimum senken, Lärmbelastung vermeiden, den Anteil des intermodalen Verkehrs festlegen sowie die Umweltwirkung von Lagerflächen analysieren und entsprechend handeln.
Zu den Maßnahmen der grünen Logistik gehören: Produktion, Verpackung und Distribution nach ökologischen Kriterien ausrichten; alle logistischen Abläufe mit Blick auf die Umwelt sorgfältig planen und umsetzen; umweltfreundliche Fahrzeuge wie Elektrofahrzeuge oder Fahrzeuge nach EURO-4- und EURO-5-Norm sowie Fahrzeuge mit Lärmschutzausstattung einsetzen; in Lagern und Anlagen Energie sparen; bei Verpackung und Distribution auf Abfallvermeidung und Recycling achten und erneuerbare Energiequellen bevorzugen.
Auch der Einsatz grüner Energie in der Lagerhaltung gehört dazu. Wind- und Solarenergie, Geothermie, unterirdische Heizsysteme und weitere grüne Energieformen, die neue Technologien künftig möglich machen, sollten sowohl im Lager als auch auf Außenflächen genutzt werden. Lager nicht mit fossilen Energieträgern, sondern klimaneutral aus grünen Quellen zu heizen und zu kühlen und in der städtischen Zustellung Fahrzeuge einzusetzen, die ohne fossile Kraftstoffe mit grüner Energie fahren: Das sind die Schritte, mit denen Logistikunternehmen den Weg zur grünen Logistik gehen. Darüber hinaus sollten eine effiziente Abfallwirtschaft und konsequentes Recycling fester Bestandteil ihrer Transformation sein.
Wer sich grüne Logistik weltweit ansieht, bemerkt in den Industrieländern deutliche Unterschiede in der Zustellung. In den Niederlanden gibt es zum Beispiel ein eigenes städtisches Verteilsystem mit Elektrofahrzeugen, in der Schweiz werden umweltfreundliche Verkehrsmittel wie die Cargo-Tram eingesetzt. In vielen Städten wie Barcelona, Dublin und London fahren Lkw mit Lärmschutzsystemen nachts oder nur zu festgelegten Zeiten, abgestimmt auf die Empfindlichkeit der transportierten Waren. Anders gesagt: Kurzlebige, empfindliche und kühlkettenpflichtige Waren werden von langlebigen oder nicht hitzebeständigen Produkten getrennt, und die Zustellung wird je nach Warenart auf Zeitfenster verteilt, die Einsparungen bringen. Neben der Nachtzustellung gibt es auch beim Recycling und in der Abfallwirtschaft Vorreiterprojekte. In Schweden etwa wird in Anlagen daran gearbeitet, Schadstoffe wirksam aus recyceltem Karton und Papier herauszuhalten. Ebenfalls in Schweden bietet das Unternehmen SEEC Energy Store innovative Lösungen für umweltfreundliche Gebäudetechnik und geothermische Heizung an. Diese Lösungen nutzen emissionsfreie Energie aus Solarzellen, Wind oder Wasserkraft. Geothermische Heizung ist eine grüne Energiequelle, die sich sowohl in Lagern als auch in Wohngebäuden umweltfreundlich einsetzen lässt.
Wirksame grüne Logistik
Damit sich grüne Logistik durchsetzt und Wirkung zeigt, müssen Unternehmen ihre negativen Umweltauswirkungen messen und die Ergebnisse offenlegen. Wollen sie spürbar zu den globalen Klimazielen beitragen, müssen sie diese Werte transparent ausweisen, mit wirksamen, konkreten Schritten senken und darüber ebenso transparent öffentlich berichten.
Unternehmen sollten stärker zur grünen Logistik bewegt werden, etwa durch strengere Sanktionen, die Prüfung ihrer Einspar- und Compliance-Zusagen und eine internationale Bewertung ihres Erfolgs anhand dieser Zusagen. Dazu sollten Regulierung, Kontrollen und Anreize ausgebaut und breiter angewendet werden. Für Unternehmen, die alternative Energiequellen nutzen, sollten Förderfonds und Handelsvorteile geschaffen werden. Entwicklungsländer sollten Regelungen und Politiken einführen und überwachen, die sich an den EU-Verkehrsstandards und an den Regeln und Sanktionen für grünen Transport orientieren.
Die Rolle der Unternehmen beim Wandel zur grünen Logistik
Zunehmend wird hinterfragt, wie gut Unternehmen die Konzepte grüne Logistik und grünes Lieferkettenmanagement tatsächlich verstanden haben. Bis Unternehmen Nachhaltigkeit nicht mehr nur als Unternehmensinitiative, Kommunikationsthema oder Chance zur Abgrenzung im Wettbewerb sehen, sondern als Verpflichtung gegenüber künftigen Generationen, ist es noch ein weiter Weg.
Beim Transport und bei der Lagerung von Produkten mit Umweltsiegel müssen Unternehmen die Möglichkeiten der Technologie nutzen, damit die grüne Kette nicht unterbrochen wird. Dafür reicht es nicht, Kooperationen mit Logistikdienstleistern, die in grüne Logistik investieren, nur anzukündigen; sie müssen in verbindlichen Vereinbarungen festgeschrieben werden. Unternehmen sollten klar wissen, welche Leistungen sie von ihren Logistikpartnern erwarten. Wichtig ist, dass sie in ihre Logistikverträge eigene Klauseln zur grünen Logistik aufnehmen, diese eindeutig in den Vertragsbedingungen verankern und auch ihr Flottenmanagement danach ausrichten. Neben ehrlichen, konkreten Schritten der Unternehmen gehören auch regelmäßige, kontrollierte Audits der Logistikleistungen zur Begrenzung der Umweltbelastung und die transparente Veröffentlichung der Berichte zu den wirksamen Lösungen.
Grüne Logistik sollte zudem als Teil der Vertriebs-, Marketing- und strategischen Kommunikationspolitik verstanden werden. In der Öffentlichkeitsarbeit sollte das Unternehmen sein Umweltbewusstsein zeigen und mit verschiedenen PR-Maßnahmen darstellen, was es unternimmt, um grüne Logistik ganzheitlich und sorgfältig in allen Abläufen umzusetzen. Wenn dann auch Verbraucher Produkte mit Umweltsiegel kaufen und sich bewusst an Kennzeichnungen für grüne Logistik und umweltfreundliche Lieferketten orientieren, lässt sich eine Wirkung auf vielen Ebenen erzielen.




