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Die Lieferkette umfasst einen großen Teil der Aktivitäten eines Unternehmens: Ihre Geschäftsprozesse bilden ein komplexes Netzwerk, und sie benötigt viel Energie. Gerade hier sollen Bemühungen um ökologische Nachhaltigkeit den größten Nutzen bringen. Wenn Unternehmen in der Lieferkette mit einem gemeinsamen Nachhaltigkeitsbewusstsein handeln, können sie für die Umwelt viel bewirken.
Lösungen, die in der zirkulären Lieferkette auf kontinuierliche Verbesserung zielen, ermöglichen große Fortschritte bei den Nachhaltigkeitszielen. Andererseits ist die zirkuläre Lieferkette in der Praxis mit erheblichen Hürden verbunden, denn an den verschiedenen Geschäftsprozessen der Lieferkette sind naturgemäß unterschiedliche Unternehmen beteiligt. Wir haben die wichtigsten Punkte für Sie zusammengefasst.
Nachhaltige Lieferkette
In der Lieferkette laufen zahlreiche komplexe Prozesse ab: Materialbeschaffung, Produktion, Logistik und Vertrieb bestehen in der Regel aus mehreren Phasen, die sich über ein weit verzweigtes, globales Netz erstrecken. Um ihre Produkte und Dienstleistungen bereitzustellen, arbeiten Unternehmen dabei mit zahlreichen Lieferanten, Subunternehmern und Geschäftspartnern zusammen. Weil diese Prozesse eng miteinander verknüpft sind, wächst im Lieferkettenmanagement im selben Maß auch die Verantwortung für Nachhaltigkeit. Nachhaltigkeit in der Lieferkette liegt weniger in der direkten Kontrolle des einzelnen Unternehmens, sondern hängt unmittelbar von allen Prozessen der Lieferkette ab. Ökologische Probleme wie knappe natürliche Ressourcen und Treibhausgasemissionen entstehen weitgehend durch die kumulierte Wirkung dieser Prozesse. Deshalb ist die zirkuläre Lieferkette ein wichtiger Baustein auf der Suche nach nachhaltigen Lösungen.
Was bedeutet Zirkularität in der Lieferkette und wie lässt sie sich erreichen?
Als „zirkuläre Lieferkette“ wird ein Managementansatz bezeichnet, der die Ressourceneffizienz von Materialien und die ökologische Nachhaltigkeit in der Lieferkette erhöhen soll. Anders gesagt: Die zirkuläre Lieferkette konzentriert sich darauf, knappe natürliche Ressourcen effizienter zu nutzen und Abfälle zu reduzieren, und setzt auf sparsame Lösungen wie das Prinzip, Materialien und Waren nicht sofort wegzuwerfen, sondern so lange wie möglich zu nutzen. Der Ansatz beginnt beim Produktdesign und umfasst alle Prozesse. Im Vergleich zu klassischen Lieferkettenmodellen ist er deutlich umweltfreundlicher und bringt Unternehmen dazu, im Bewusstsein ihrer ökologischen Verantwortung zu handeln.
In der zirkulären Lieferkette führen produzierende Unternehmen Rohstoffe wie Papier, Kunststoff, Aluminium, Glas, Metall, Karton, Stahl und deren Derivate zur Wiederverwendung in die Produktion zurück. Wird das hergestellte Produkt anschließend erneut verkauft, schließt sich ein grüner Kreislauf. Manchmal kann man sich auch beteiligen, indem man Neues mietet, statt es zu kaufen. Um diesen Ansatz in den Lieferkettenprozessen zu verankern und umzusetzen, bieten sich zirkuläre Lösungen wie Recycling, Upcycling, grüne Lagerhaltung und Verpackung an. Produkte durchlaufen die Lieferkette von Lieferanten über Hersteller und Händler bis zu den Verbrauchern, wobei in allen Prozessen das Prinzip der Zirkularität gilt. Computerhersteller zum Beispiel fördern mit Kampagnen die Rückgabe alter Computer und setzen einen Teil der Rohstoffe, die für einen neuen Computer gebraucht werden, in der Produktion neuer Geräte ein. Diese Methode lässt sich in vielen Lieferkettenprozessen anwenden.
Zirkuläre und lineare Lieferkette im Vergleich
Die zirkuläre Lieferkette folgt den Praktiken eines grünen und nachhaltigen Lieferkettenmanagements und unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht vom klassischen Lieferkettenmanagement. Die Kreislaufwirtschaft zielt darauf ab, knappe natürliche Ressourcen wiederzuverwenden, und bringt so ökologische Vorteile bei den CO₂-Emissionen. Zirkularität erfordert ein Umdenken im Management. Innerhalb eines nachhaltigen Lieferkettenmanagements bringt sie konkrete Vorteile für die Umwelt.
In einer zirkulären Lieferkette werden die Rohstoffe aus Produkten wieder in Rohstoffe umgewandelt und erneut der Produktion zugeführt; so entsteht weniger Abfall. Unternehmen können dadurch zwar Rohstoffe günstiger beschaffen, der wichtigste Nutzen ist jedoch der ökologische. Wenn Unternehmen die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft in ein nachhaltiges Lieferkettenmanagement einbinden und ihre ökologische Verantwortung ernst nehmen, können sie ethischer, wettbewerbsfähiger, effizienter und erfolgreicher werden.
Design und Technologie in der zirkulären Lieferkette
Dank moderner Technologie lassen sich recycelte Materialien wie Pappe, Papier, Karton, Stahl, Glas, Metall und Kunststoffe erneut als Rohstoffe nutzen und zu neuen Produkten verarbeiten. Im 3D-Druck etwa wird der Rohstoffbedarf mit der wachsenden Verbreitung der Technik zunehmend durch Wiederverwertung gedeckt. Auch bei der Herstellung neuer intelligenter Materialien, Modelle und Lieferkettenprodukte für viele Branchen kommen Rohstoffe aus dem Kreislauf zum Einsatz. Im Rahmen eines End-to-End-Managements der Lieferkette lassen sich zudem Produkte entwickeln, die Aspekte wie Lagerung, Logistik, einfache Montage und Kundenzufriedenheit von vornherein berücksichtigen.
Unternehmen, die Lösungen für eine effizientere Rohstoffnutzung, für Recycling und für weniger Verpackung entwickeln, verbessern im Sinne ihrer Nachhaltigkeitsziele auch ihre Produktdesignprozesse. Produkte aus kompatiblen, umbaubaren Teilen, die sich modular nutzen lassen, sind ein Ergebnis des zirkulären Ansatzes im Industriedesign. Dieser Ansatz kommt mit weniger überflüssigen Teilen aus, sorgt für ein kreatives, modernes Erscheinungsbild und führt zu Produkten, die Produktion und Montage nicht verkomplizieren und sich durch einfachen Auf- oder Abbau umwandeln lassen. So lässt sich auch bei den Verbrauchern Nachfrage wecken, die dem Kreislaufsystem zugutekommt. Es wird erwartet, dass sich zukunftsweisendes Industriedesign in diese Richtung entwickelt und die zirkuläre Lieferkette erheblich erleichtert.
Technologische Innovationen wie künstliche Intelligenz, Automatisierung und Datenanalyse können, in die Geschäftsprozesse der Lieferkette integriert, das Prinzip der Zirkularität unterstützen. So lassen sich Prozesse wirksamer und effizienter steuern. Künstliche Intelligenz, Automatisierung und Datenanalyse können in Forschung und Entwicklung, in der Logistik und in Verwertungssystemen eingesetzt werden, die für eine auf Kunden- und Marketingdaten gestützte Produktion, für Langlebigkeit, Umwandlung und Zirkularität in den Prozessen nötig sind.
Warum die zirkuläre Lieferkette schwer umzusetzen ist
Dass zirkuläre Lieferketten seltener umgesetzt werden als lineare, liegt an der Funktionsweise von Lieferketten. Die Aktivitäten werden von unterschiedlichen Akteuren ausgeführt; damit eine zirkuläre Lieferkette funktioniert, müssen sogar der Verbraucher, das Geschäft, das den Artikel zurücknimmt, und das Verwertungsunternehmen Teil des Kreislaufs sein. Schon die Entsorgungslogistik oder die Vorbehandlung von Abfällen ist jeweils ein eigener Geschäftsprozess. Weil all diese Prozesse von verschiedenen Unternehmen getragen werden und alle Beteiligten der Kette einen Nutzen haben sollen, ist ein durchgängiges zirkuläres Management schwieriger und seltener als ein lineares. Damit Recycling entlang der gesamten Lieferkette genügend Wert schafft, muss dieser Wert auch dann noch lohnend sein, wenn er aufgeteilt wird. Das gilt etwa für Produkte aus Gold oder Silber oder für Geräte wie Mobiltelefone und Computer. Zugleich muss jeder Beteiligte in der Lieferkette davon profitieren und sich bewusst für die Teilnahme entscheiden. Wichtig ist auch, welchen Einfluss die Verbraucher darauf haben, dass Produkte in der zirkulären Lieferkette hergestellt und weitergegeben werden.
Fachleute gehen davon aus, dass eine Belebung und Verbreitung der zirkulären Lieferkette der Kreislaufwirtschaft eine neue Dimension geben würde, rechnen damit aber nicht in naher Zukunft. Zumindest kurzfristig scheint es sinnvoll, Projekte zu fördern, die mit den nötigen Vorbereitungen und Fachkenntnissen die Voraussetzungen für zirkuläre Lieferketten schaffen wollen. Unternehmen und große Produktionsstandorte werden diesem Bereich mehr Gewicht geben und Personal dafür einsetzen müssen; dazu gehört natürlich, vom Streben nach „Wachstum“ abzurücken und sich mit „den vorhandenen Ressourcen zu begnügen“. Als letztes Glied der Kette spielt der Verbraucher eine große Rolle: Er sollte seine Produkte so auswählen, dass sie zur Kreislaufwirtschaft beitragen, Produkte aus zirkulärer Produktion und weniger aufwendige Designs bevorzugen und das dafür nötige Bewusstsein entwickeln. Auch wenn zirkuläre Lieferketten in naher Zukunft voraussichtlich nicht so verbreitet sein werden wie lineare, ist es ermutigend, dass die Arbeit in diesem Bereich den Wandel durch schrittweise Fortschritte beschleunigt.




