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Digitales Trendthema: NFT-Technologie
Mit der zunehmenden Digitalisierung und dem Aufstieg der Kryptowährungen sind auch andere digitale Geldtechnologien ins Rampenlicht gerückt – allen voran NFTs, über die inzwischen viel gesprochen wird. NFT steht für „Non-Fungible Token“; im Türkischen wird der Begriff als „değiştirilemez çip-para“ wiedergegeben, also als nicht austauschbare Token-Währung. Auf eine allgemein anerkannte türkische Übersetzung oder Definition hat man sich zwar noch nicht geeinigt, doch NFTs – für die einen eine Spekulationsblase, für die anderen ein neues Handelsfenster – stehen mit Verkäufen in Millionenhöhe weit oben auf der Agenda des globalen Handels.
Was ist ein NFT?
Kurz gesagt ist ein NFT das digitale Gegenstück eines physischen Vermögenswerts wie einer Audiodatei, eines Bildes oder eines Videos im virtuellen Raum. Digitale Vermögenswerte aus Kunst und Kultur, Musik, Sport oder Immobilien finden für Millionen Dollar Käufer. Der Digitalisierungsexperte und Hochschuldozent İsmail Hakkı Polat beschreibt ein NFT als „digitales Zertifikat, das über eine Blockchain unveränderlich festhält, ob ein digitalisierter Vermögenswert ein Original ist, sowie seine Historie und seine Eigentumsverhältnisse“ – also als eine Art „digitales Eigentumszertifikat“. Virtuelle Schuhe, virtuelle Spiele, virtuelle Fotos oder Bilder, kurz: alles Virtuelle kann zum NFT werden.
Als Geburtsstunde der NFTs gilt das Spiel CryptoKitties, das vor 5 Jahren erschien: Kreative virtuelle Spielfiguren wurden über die Ethereum-Blockchain verkauft, deren Kryptowährung Ether ist. Während sich Kryptowährungen wie Ethereum oder Bitcoin ineinander umtauschen lassen, kann ein NFT nicht gegen eine andere Kryptowährung getauscht werden. Genau das ist seine wichtigste Eigenschaft. Die Blockchain dient dabei als Register: Sie hält unveränderlich fest, wem eine digital erstellte Datei gehört und an wen sie übertragen wurde, speichert sämtliche Signaturen digitaler Dokumente und macht diese für andere einsehbar und überprüfbar.
Werden NFT-Werke in diesem System registriert und gehandelt, bietet das auch einen zeitgemäßen Weg, Urheber- und Künstlerrechte zu schützen. Manche halten NFTs, die weltweit Schlagzeilen machen, für eine spekulative Modeerscheinung; andere sehen in ihnen ein Alltagswerkzeug der Zukunft.
Wie wird ein NFT erstellt?
Ohne Ethereum (ETH) lassen sich keine NFTs kaufen. Wer Ethereum erworben hat, kann mit diesen ETH NFTs kaufen. Dazu legt man in einer Anwendung, die man als selbstverwaltete digitale Wallet (Self-Custody) bezeichnen kann, einen Benutzernamen und ein Konto an. NFTs, die nach dem Token-Standard ERC-721 erstellt werden, bieten Produzenten über verschiedene Plattformen an, die die technische Komplexität der Blockchain hinter einer sehr einfachen, leicht verständlichen Oberfläche verbergen. Ohne digitale Krypto-Wallet ist bei der NFT-Erstellung auch kein Verkauf möglich.
Die Datei, die zum NFT werden soll, wird über eine digitale Plattform in das IPFS-System hochgeladen. Anschließend werden unveränderliche Eigenschaften festgelegt, etwa wie viele NFTs erzeugt werden, zu welchem Preis und welcher Anteil bei jedem Weiterverkauf fällig wird. Sobald die Transaktionsgebühr des Blockchain-Netzwerks bezahlt ist, ist das NFT erstellt. Es wird der Krypto-Wallet hinzugefügt und in der gesamten Blockchain gespeichert. Danach kann das NFT zum gewünschten Preis auf Marktplätzen verkauft werden.
Handelsvolumen und Erwartungen im NFT-Markt
Seit die Kryptotechnologie in der Spielewelt angekommen ist, können Spieler mit sogenannten Play-to-Earn-Projekten Kryptowährung verdienen. In immer populäreren Spielen wie Axie Infinity, Star Atlas, Decentraland, The Sandbox, Illuvium, Alien Worlds, TownStar, My Neighbor Alice, MIR4, Metamon Island, Super Galactic, MoMo Block Brawler oder Mines of Dalarnia verdienen und bezahlen Spieler mit NFT-Coins – etwa beim Kauf und Verkauf von Spielgegenständen, beim Kauf oder der Miete von Grundstücken oder in Wettbewerben.
Auch Social-Media-Plattformen bereiten ihre Infrastruktur auf NFTs vor. Facebook gab in der zweiten Jahreshälfte des vergangenen Jahres bekannt, sich als Unternehmen unter dem Namen Meta neu aufzustellen, und kündigte an, sich zu einer Plattform zu entwickeln, die soziale Medien mit der physischen Welt verbindet. Nach dem neuen Modell sollen die 2018 verbotenen Werbeanzeigen für Kryptowährungen innerhalb von Meta künftig wieder geschaltet werden können.
Den Wert eines NFT bestimmen seine Investoren – und deren Interesse wächst weltweit von Tag zu Tag. Laut DappRadar lag der NFT-Markt 2020, als nur wenige Investoren ihn kannten, noch unter 1 Milliarde Dollar; bis Ende 2021 wuchs das NFT-Handelsvolumen rasant auf über 40 Milliarden Dollar und machte daraus einen riesigen Sektor. Schauspieler, Musiker, Sportler und sogar politische Kampagnen steigen weiterhin mit NFT-basierten digitalen Werken aller Art in den Markt ein.
Ellen DeGeneres kündigte in ihrer Ellen Show eine gezeichnete Katze aus einem Clip als ihren ersten NFT-Verkauf an; das NFT erzielte bei der Auktion 33.495 Dollar. Der weltbekannte Musiker Snoop Dogg brachte seine erste NFT-Kollektion „A Journey with the Dogg“ heraus. Auch international bekannte Influencer, Sportvereine, Unternehmen und Künstler haben sich dem Trend angeschlossen. In der Kunstwelt verbreiten sich NFTs rasch, weil sie mehrere Probleme lösen: Sie sind nicht die Kunst selbst, sondern digitale Werke bzw. Zertifikate, die mit einem Kunstwerk verknüpft sind und später als Eigentumsnachweis gehandelt werden können. Wer sein Werk als NFT verkauft, kann zugleich die Urheberrechte behalten und weitere NFTs des Werks erstellen. Sammler erhalten so über NFTs Zugang zu den Werken. Künstler wiederum können mit digitaler Kunst über NFTs Geld verdienen, ihre Werke weltweit verkaufen und ausstellen und ihre Urheberrechte schützen.
Mit der wachsenden kommerziellen Nachfrage nach NFTs dürften auch Betrug und Krypto-Missbrauch zunehmen. Themen wie Datenschutz und Sicherheit werden daher in naher Zukunft wohl stärker diskutiert werden denn je, und entsprechendes Fachwissen wird häufiger gefragt sein. Weltweit NFTs herauszugeben, für NFTs zu unterschiedlichsten Themen zu bieten oder NFTs zu kaufen, dürfte dem digitalen Marketing neue Impulse geben und sich für Unternehmen fest im E-Commerce etablieren.
Quellen: *https://www.news18.com/news/buzz/nfts-are-confusing-everyone-but-the-newest-internet-token-is-raking-in-the-memes-3559814.html Abgerufen am: 09.01.2022 *
https://www.bloomberght.com/cem-yilmaz-da-nft-isine-girdi-2289253 Abgerufen am: 09.01.2022
https://www.cnbc.com/2022/01/05/kevin-oleary-on-why-he-thinks-nfts-will-become-bigger-than-bitcoin.html Abgerufen am: 16.01.2022
https://www.bbc.com/turkce/haberler-dunya-56385962 Abgerufen am: 16.01.2022
https://www.bloomberght.com/nft-ler-2021-de-nasil-40-milyar-dolarlik-bir-pazar-haline-geldi-2295654 Abgerufen am: 16.01.2022
https://www.nbcnews.com/tech/security/nft-art-sales-are-booming-just-artists-permission-rcna10798 Abgerufen am: 16.01.2022




