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Marketing, E-Commerce und Werbebotschaften am Black Friday 2021
Am Black Friday locken Marken weltweit seit einigen Jahren mit Sonderrabatten. Seinen Namen verdankt der Tag zum einen dem Termin – dem ersten Freitag nach Thanksgiving –, zum anderen der Stadt Philadelphia in den USA, wo man ihn 1961 wegen des Verkehrschaos durch den Weihnachtseinkauf „black“ nannte. Die Geschichte des Black Friday als Auftakt der Weihnachtseinkaufssaison reicht bis 1932 zurück. Bis in die 1980er-Jahre war er jedoch auf einige Regionen der USA beschränkt; landesweit verbreitete er sich erst in den 1990er- und 2000er-Jahren.
Auch wenn der Black Friday oft als eintägige Rabattaktion verstanden wird, ist er heute eine wichtige Verkaufsperiode: Marken bieten über Tage, manchmal Wochen zahlreiche Verkaufsaktionen an, und Millionen Menschen verfolgen die Ankündigungen, um von hohen Rabatten zu profitieren und einzukaufen.
Der Black Friday fällt auf den letzten Freitag im November, der Cyber Monday auf den darauffolgenden Montag; zusammen mit den Rabatten, die sich über fast den ganzen November ziehen, bieten viele Marken in diesem Zeitraum Produkte von Bekleidung bis Elektronik an. Im Rahmen von Marketingkampagnen, die Monate im Voraus geplant werden, präsentieren sie den Verbrauchern ihre Angebote mit Slogans wie „Blitzangebote, Rabatte auf ausgewählte Produkte, günstig einkaufen, Rabattaktion, nur solange der Vorrat reicht“.
Black Friday in der Pandemie und in Zukunft
Wie schon im ersten Pandemiejahr wurde der Black Friday 2021 als Gelegenheit für günstige Einkäufe gesehen. Im Vorjahr fiel er in vielen Ländern in eine Zeit mit Einschränkungen: Fast alle Black-Friday-Einkäufe liefen online und verursachten zugleich Probleme in den Lieferketten. In diesem Jahr stiegen die Umsätze im stationären Handel und im E-Commerce dagegen ausgewogener. Außerdem halfen Rabatthöhe, die beschleunigte Digitalisierung und neue Investitionen in digitale Marketingkommunikation dabei, unentschlossene oder nicht markentreue Zielgruppen zu Kunden zu machen.
Im zweiten Jahr der globalen Pandemie wurden während des Black Friday 2021 vom 20. bis 26. November im E-Commerce 125.000 Produkte verkauft. Denselben Daten zufolge waren bei technischen Geräten Schnellladegeräte und Android-Smartphones am gefragtesten. Bei Lebensmitteln lagen Bananen, Zwiebeln und Mandeln vorn; bei Textilhändlern Geschenkkarten, Herrenparfüm und Herren-Laufschuhe; in der Kategorie Küche und Tisch standen Servierplatten an erster Stelle. Auffällig war, dass die höchsten Rabatte infolge der Pandemie in den Kategorien Bekleidung, Wohnen und Sport gewährt wurden. Diese Ergebnisse legen nahe, dass sich der Einfluss der Pandemie auf das Konsumverhalten von Gesellschaft und Einzelnen im nächsten Jahr in den Black-Friday-Käufen niederschlagen wird. Die Marken werden ihre Planung entsprechend den Studienergebnissen neu ausrichten.
Werbebotschaften am Black Friday
In der Türkei stieß der Black Friday wegen seines Namens auf unterschiedliche Reaktionen; einige Marken nannten ihn deshalb „Efsane Cuma“ (Legendärer Freitag) oder „Muhteşem Cuma“ (Großartiger Freitag). Selbst globale Marken reagierten darauf mit Feingefühl und einer lokal angepassten Kommunikationsstrategie. So führte der E-Commerce-Riese Amazon seine Kampagne unter dem Namen „Beklenen Cuma“ (Der lang erwartete Freitag). Dieses Vorgehen lässt sich als inklusiver Kommunikationsstil verstehen, der weit über die Frage hinausgeht, ob man bestimmte gesellschaftliche Reaktionen teilt oder nicht, und allen Meinungen Gehör schenkt.
Wie im Vorjahr begannen die Marken in der Türkei auch dieses Jahr Wochen im Voraus mit den Vorbereitungen. Im Wettlauf um Botschaften, die sich von der Konkurrenz abheben und zum Kauf anregen, wurde ihnen teils vorgeworfen, Verbraucher regelrecht mit Nachrichten zu bombardieren. Allein per E-Mail sollen vom 20. bis 26. November mehr als 250 Millionen Nachrichten verschickt worden sein. Nach Daten von Related Digital lag die Öffnungsrate dieser Rabatt-E-Mails bei 15 % und die Conversion-Rate bei 3 %; allein am Black Friday selbst wurden 21 Millionen Kampagnen-E-Mails versendet.
Die Black-Friday-Zahlen der letzten fünf Jahre zeigen, dass der Versand von Kampagnen-E-Mails über alle Branchen hinweg um 432 % gewachsen ist – und für das nächste Jahr wird ein weiterer Anstieg erwartet. Für Marken wird damit einmal mehr deutlich, wie wichtig eine kundenorientierte Planung des E-Mail-Versands ist, wenn aus Botschaften Verkäufe werden sollen. Marken, die die Wirkung von Worten und Daten, die digitale Transformation, personalisierte Nachrichten mit CRM-Unterstützung und gezielte Maßnahmen wie Retargeting gut steuern, werden bei den nächsten Black Fridays noch zufriedener sein. Zudem dürfte die Markentreue von Jahr zu Jahr stärker auf die Probe gestellt werden, und Hinweise darauf, dass eine Marke mehr Vorteile bietet als andere, werden in den Botschaften immer stärker über die Überzeugungskraft entscheiden.
Es ist leicht vorherzusehen, dass alle Kanäle, mit denen Marken Verbraucher erreichen wollen, sich schnell abnutzen und an Wirkung verlieren, selbst wenn sie anfangs gute Ergebnisse bringen. Trends entstehen, verbreiten sich, werden alltäglich und verpuffen. Entscheidend ist, ob eine Botschaft originell ist und Einstellungen und Verhalten tatsächlich verändert. Werden Botschaften in Form oder Inhalt beliebig und verlieren ihre Wirkung, droht ein regelrechter Nachrichtenmüll. Kurz gesagt: Es kommt auf die Wirkung an. Ob per E-Mail oder über einen neuen Werbekanal, den wir heute noch nicht kennen – Kreativität, professionelle Textgestaltung und die Ausrichtung am Nutzerverhalten bleiben immer die wichtigsten Bestandteile einer Botschaft.
Quellen:
[https://www.forbes.com/sites/blakemorgan/2021/11/08/20-trends-for-black-friday 2021/?sh=171a9c2c6361](https://www.forbes.com/sites/blakemorgan/2021/11/08/20-trends-for-black-friday 2021/?sh=171a9c2c6361)
https://www.timeturk.com/ekonomi/23-00-00-59-arasi-cilginlik/haber-1712584
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